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Buchtipps - Biographien

Die Wege in die Freiheit sind besonders weit, wenn man sie überwiegend zu Fuß und ohne legale Papiere bewältigen muss. Das hat Joyce Lussu aber keineswegs abgeschreckt, wie in ihren Erinnerungen an die Resistenza nachzulesen ist, die bereits im Dezember 1945 unter dem Titel Fronti e Frontiere und mehr als 75 Jahre später endlich auch auf Deutsch erschienen sind.

Léon Poliakov erinnert sich in seinen Memoiren eines Davongekommenen an seine tolstoianische Erziehung in einer russischen, säkularisiert jüdischen Familie, das Exil nach der Oktoberrevolution. Er schildert Episoden aus seiner Zeit in der Résistance und wie er nach der Befreiung als akademischer Außenseiter zu einem Pionier der Shoa- und Anti-semitismusgeschichtsschreibung wurde.

„Was! Sie kennen Louise Michel? Marsch, zu ihr ins Gefängnis; nur Anarchisten kann sie bekannt sein. Hat diese Elende nicht hundertmal erklärt, dass alle am Festmahl des Lebens teilhaben sollen? Woraus würde die Freude am Reichtum bestehen, wenn man sein Befinden als Vollgefressener nicht mehr mit dem der Hungerleider vergleichen könnte? Wo bliebe das angenehme Gefühl der Sicherheit, vergliche man nicht seine gute gediegene Stellung mit der Lage derer, die sich im Elend dahinschleppen? Und das ist auch noch eine Frau!

Leo Lania war erst sozialistischer, dann kommunistischer, später basisdemokratischer Aktivist. Er befasste sich mit den avanciertesten literarischen und journalistischen Formen, arbeitete mit Rundfunk und Film, mit Brecht, Piscator und W. G. Pabst, um nur einige zu nennen. Berühmt wurde er für seine Reportagebücher z.B. über den Hitler-Ludendorff-Prozess. „Muckrakers“ (Schmutzaufwirbler) wie Upton Sinclair waren sein Vorbild.