Virginie Despentes: King Kong Theorie

Vor zwölf Jahren veröffentlichte die Autorin von Vernon Subutex eine wütende Tirade gegen alles, was die Gesellschaft den Frauen zu sein vorschreibt. Jetzt ist der Text in neuer Übersetzung erschienen.

Despentes spricht „als Proletin der Weiblichkeit“, als eine, die immer „zu aggressiv, zu laut, zu grob, zu brutal, zu zerzaust, und immer zu männlich“ war, immer „eher begehrlich, als begehrenswert“. Sie spricht für alle, die dem, was ihrem Geschlecht abverlangt wird, nicht entsprechen können und wollen.

Despentes war „im Punkrock zuhause“ und „Punk sein heißt zwangsläufig die Weiblichkeit neu zu erfinden“, heißt sich ungehemmt verausgaben und in Ruhe gelassen werden wollen. Aber die Gesellschaft hört nicht auf, Unterwürfigkeit zu verlangen. Das wurde Despentes allzu klar, als sie über eine Vergewaltigung hinwegkommen wollte. Später wurde ihr Film „Baise Moi – Fick mich“ verboten. Abgestraft wurde sie dafür, dass sie als Frau zusammen mit Pornodarstellerinnen einen Film gemacht hat, in dem junge Frauen ihrer Gewalt und ihren Gelüsten freien Lauf lassen. Dass in üblichen Pornos die Frauen ganz unmittelbar eine männliche Sexualität repräsentieren – in dem Sinne, dass sich der Betrachter mit der Frau identifiziert, also, insoweit die Phanstasie zählt, eigentlich Männer mit Männern Sex haben, bemerkt Despentes en passant.

Nach „Jahren guter, anständiger und ehrlicher Rechereche“ ist sie zu dem Schluss gekommen, „dass Weiblichkeit Hurerei ist“, sonst nichts.

King Kong Theorie befeuert die Wut über die tägliche Beleidigung und versetzt ad hoc in Kreischlaune. Am besten sehr laut vorlesen!

Despentes, Virginie
Verlag Kiepenheuer & Witsch GmbH & Co KG
ISBN/EAN: 9783462052398
10,00 € (inkl. MwSt.)